Auf der hohen Kante II

Samstags-Kolumne “Redewendung”
in den Ruhr Nachrichten:

redewendung

Selten haben mich so viele Zuschriften erreicht wie zur „hohen Kante“, die letzte Woche hier Thema war. Ein Leser hat sogar eine Zeichnung angefertigt, um die Redewendung „auf die hohe Kante legen“ auf ein Ehebett mit Holzhimmel zurückzuführen.

Eine Leserin schrieb, dass Frauen, die in den Beginen-Orden eintraten, einen verschließbaren Kasten für ihre Wertgegenstände mitbrachten. Darin sei eine Leiste für Geldstücke gewesen, die „hohe Kante“. Ehebetten mit Holzhimmel gibt es heute allenfalls noch bei den Guttenbergs. Die hanebüchene Copy+Paste-Geschichte hat ja diese Woche vorerst ein Ende gefunden. Hanebüchen kommt von hagebüchen, was das Adjektiv von Hagebuche ist. Dieser Baum zeichnet sich durch ein besonders knorriges, hartes Holz aus. Eine hanebüchene Geschichte ist also grob unglaubwürdig. Aus welchem Holz K-T zu Guttenberg selbst geschnitzt ist, wird sich noch zeigen. Nach der „Auferstehung“.

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