Auf der hohen Kante

Samstags-Kolumne “Redewendung”
in den Ruhr Nachrichten:

redewendung

Wir können Geld auf der Bank haben, in der Spardose, unterm Bett … oder auf der hohen Kante. Haben Sie in etwa eine Ahnung, woher diese Redewendung stammt? Ich hatte es nicht.

Der Umgang mit Geld ist für uns alle ein wichtiges Thema. Wir können nicht, wie zum Beispiel unsere Landesregierung, einfach ein paar Milliarden Euro mehr Schulden machen. Motto: Nach mir die Sintflut. In den meisten Haushalten ist Geld auf Kante genäht, es ist also wie bei einem sparsamen Schneider kein überflüssiger „Stoff“ vorhanden.

Geld auf der hohen Kante ist gespartes Geld. Meist wird die Redensart so erklärt, dass die in Rollen verpackten Geldstücke auf Kante, also hochkant, stehen. Denkbar ist auch, dass ursprünglich ein Wandbrett oder ein Sims gemeint ist, auf dem man vor fremden Augen Geld verstecken konnte. Hierzu passt die Geschichte vom Kutscher Friedrich des Großen mit Namen Pfund. Der übrigens in Pfundskerl redensartlich weiterlebt. Der König entdeckte in Pfunds Stall Taler auf einem Brett und fragte: „Was hat Er da?“ Er: „Ick hab se uff die hohe Kante jelegt, für wenn ick mal vor die Tür jesetzt werden sollte.“ Der König behielt den Pfundskerl. Und wir die hohe Kante. Wolfram Kiwit

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